Nothelfer, Schutzpatrone, Heiligen, Märtyrer

Verzeichnis der Schutzpatrone, Nothelfer, Heiligen, Märtyrer, deren Spuren man in Gemeinden im Dreisamtal und seiner Umgebung findet. Ihnen sind dort Kirchen und Kapellen geweiht, oder man entdeckt darin Bildnisse oder Skulpturen von ihnen.

Die Idee der Zusammenstellung stammt von der BZ-Serie „UNSERE HEILIGEN – Spurensuche im Breisgau“. (Badische Zeitung, 31. 10. 2018 bis …; Badische Zeitung)

Vorbemerkung

Schutzpatrone, Nothelfer, Heiligen, Märtyrer sind verstorbene Personen, die sich „in der seligmachenden Gottesschau befinden und die deswegen als Heilige bezeichnet werden dürfen und als solche verehrt werden sollen“. Diesen Status erhalten die Verstorbenen in der römisch-katholischen Kirche nach dem kirchen-rechtlichen und dogmatischen Akt „der Heiligsprechung“.
Die Heiligsprechung hat auch liturgische Bedeutung, da nach der Heiligsprechung nicht mehr für den Betreffenden, sondern zu ihm um seine Fürsprache und mit ihm zu Gott gebetet werden kann.
Mit der Heiligsprechung ist nicht die paulinische Anrede aller Getauften als „Heilige“ gemeint, wie es Paulus im 1. Korintherbrief formuliert: „Paulus, […] an die Kirche Gottes, die in Korinth ist, – an die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige mit allen, die den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, überall anrufen, bei ihnen und bei uns.“ (1. Kor 1,1-2)
[Zitate aus Wikipedia, dort auch näheres zur Heiligsprechung, z.B. Geschichte des Verfahrens, Kritik an Selig- und Heilig-sprechungen; Zugriff am 27.3.2019]

 

A

Agatha

Agatha von Catania, Geweihte Jungfrau (hl. Agatha): starb um 250 als Märtyrin. Der Legend nach lehnte die Tochter wohlhabender Eltern die Hochzeit mit dem heidnischen Stadthalter von Sizilien ab, dieser ließ sie daraufhin verhaften und ihr, da sie standhaft blieb, die Brüste abschneiden. Ihre Wunden pflegte der heilige Petrus.
Dargestellt wird sie meist mit einem Palmenzweig, Zeichen ihres Martyriums, und oft mit ihren abgeschnittenen Brüsten.
Schutzheilige der Armen und Hirtinnen, der Glocken- und Erzgießer, … , in der Schweiz der Feuerwehren; Helferin bei Brusterkrankungen, Viehseuchen, Erdbeben; Gedenktag 5. Februar (katholisch).
[mehr in Wikipedia, Zugriff am 24.8.2018 / Badische Zeitung, 1.2.2019, Zugriff am 9.2.2019]

Hl. Agatha im kleinen Sitzungszahl (Thomas-Nörber-Saal) des Ordinariats Freiburg, Herrenstraße (Foto: © Pascal und Wilfried Leiser, 27.11.2018)

-Darstellung auf dem oberen Altarbild des linken Seitenaltars sowie als Trage-
figur in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, Freiburg-Kappel.

B

Beatus

Barbara (grch.-lat. Die Ausländerin), legendäre Heilige Ende des 3. Jahrhunderts, angeblich aus Nikomedien (heute Izmet, Türkei) nach anderer Tradition aus Heliopolis (heute Baalbek, Libanon). „Sie ist […] historisch eine eher unwahrscheinliche Figur, dennoch eine der bekanntesten Heiligen.“ [Ökumenisches Heiligenlexikon] Den Legenden nach war sie gut erzogen und hübsch und wollte – gegen den Wunsch ihres Vaters – nicht heiraten, um ihren christlichen Glauben in jungfräulicher Hingabe an Gott zu leben. Je nach Legendenvariante erlitt sie deswegen mehr oder weniger grausame Strafen. Nach einer Legendenvariante enthaupte ihr eigener Vater sie schließlich. [mehr in Wikipedia, dem Ökumenisches Heiligenlexikon, bei Badische Zeitung, 29.3.2019]
Barbara gehört zu den 14 Nothelfern; Gedenktag: 4. Dezember (Barbaratag). Sie ist Patronin verschiedener Berufe, unter anderem der Bergleute, Steinhauer und Geologen.
Attribute bei der künstlerischen Darstellung: Turm mit drei Fenstern (als Symbol der Dreieinigkeit), Kelch, Hostie, Schwert.
Der Turm weist auf ihre Wehr- und Standhaftigkeit im Glauben hin. Zudem knüpft der Turm an eine Legende an, der zufolge ihr Vater sie in einen Turm einsperrte, in dem Versuch sie an ihrer Hinwendung zum Christentum zu hindern. Sie bekannte sich dennoch zum Christentum und ließ ein drittes Fenster in den Turm einbauen, als Symbol für die Dreieinigkeit.

-Die hl. Barbara ist Patronin und Schützerin der Pfarrkirche und der Gemeinde
St. Barbara in Freiburg-Littenweiler.

Schon die Barbara-Statue auf dem Kirchenvorplatz weist auf die Kirchenpatronin hin ebenso wie die in
Kupfer getriebenen Beschläge der Kirchenportale „Mit Schrift und Symbolen" [Theo Loskant; S.3]:
GLAUBENSSTARK an den dreieinigen Gott, wie der Turm mit den drei Fenstern uns deutet, CHRISTUSINNIG durch Hostie und Kelch der hl. Eucharistie in der Gemeinschaft mit Jesus Christus
vereinigt,
BIS IN DEN TOD beweisen wir unsere Treue zu Gott

Beatus

WIE BARBARA die durch das Schwert starb und für ihren Sieg mit
Palmenzweig und Krone belohnt wurde.“ [Theo Loskant; S.4]

Im Kircheninneren zeigt das rechte Mosaik auf der Altarraum-Rückwand eine Darstellung der hl. Barbara mit Turm, Kelch und Hostie. Siehe Foto rechts oben.

Beim Neubau der Kirche wurde die der hl. Barbara gewidmete Seitenkapelle angefügt. In ihr steht der barocke Hochaltar aus der ehemaligen Dorfkapelle mit einem Altarblatt von 1870, angefertigt von der Freiburger Malerin Crescentia Stadler und ihrer Nichte Maria Jacquot.

"Vom Tode durch das Schwert bedroht, schaut Barbara gottergeben nach oben, von wo ein
Engel ihr das heilige Sakrament als Wegzehrung bringt und den Kranz als ewige Siegerkrone reicht, nachdem sie auf die irdische Krone zu ihren Füßen verzichtet hat." [Theo Loskant; S.14]

Beatus

Foto von Dietrich Michael Weidmann

Beatus (lat. der Glückliche) (gest. angeblich 112 in der Beatushöhle am Thunersee), Patron der Schweiz sowie Schutzheilige gegen Krebs und Pest; Gedenktag 9. Mai. Attribute: Einsiedler vor einer Höhle, Drache.
Beatus gilt als Apostel der Schweiz. Der Legend zufolge hat er den furchtbaren Drachen der Beatushöhle, der die Gegend verwüstete, mit dem Kreuz bedroht. Der Drache stürzte sich daraufhin in den Thunersee und ertrank. Die Höhle ist seit dem 13. Jahrhundert Wallfahrtsort.
Den historischen Hintergrund für die Legende und die Verehrung von Beatus bildet wohl der iroschottische Abt Beatus des 722 gegründeten Klosters Honau (heute Rheinau/Ortenau). Vom Kloster aus wurde die Innerschweiz im 6./7. Jahrhundert missioniert.
[mehr in Wikipedia, Zugriff am 26.2.2019]

-Hofkapelle beim Beatenhof in Buchenbach, die 1998 Beatus geweiht wurde. Artikel vom 22.2.2019 in der
BZ-Serie „UNSERE HEILIGEN – Spurensuche im Breisgau“.

F

Sebastian

Franz von Assisi, Franziskus (1181/82 – 1226): italienischer Ordensstifter (Franziskaner). Er stellte sein Leben ganz in den Dienst der Nachfolge Christi und war ab 1209 als Wanderprediger unterwegs. Von 1220 an zog er sich in die Berge bei Arezzo zurück, dort empfing er am 17.9.1224 die Wundmale Christi (Stigmatisation). Besonders berühmt ist sein „Sonnengesang“.
Schutzeiliger Italiens, Legenden um sein Leben und seine Wundertaten verbreiteten sich seit Ende des 14. Jahrhunderts rasch. Heiligsprechung schon zwei Jahre nach seinem Tod.
Gedenktag: 4. Oktober
Attribute bei Darstellung in der Kunst: das Tau-Kreuz – damit segnete Franziskus und unterzeichnete seine Briefe – oder das Tau.
[mehr in Wikipedia, Zugriff am 25.3.2019]
-Stigmatisierter Franziskus auf dem Altargemälde von Benedikt Gambs, 1750, in
St. Hilarius, Freiburg-Ebnet.

H

Hilarius von Poitiers (hl. Hilarius)(um 315 - 367): erster aktenkundig gewordener Bischof von Poitiers (um 350), wurde 1851 zum Kirchenlehrer erhoben.

Hilarius

„Hilarius wuchs in einer wohlhabenden heidnischen Familie auf, studierte wie damals üblich, Philosophie und Rhetorik, um dann römischer Beamter zu werden. 345 ließ er sich mit Frau und Tochter taufen und bereits fünf Jahre später wählte ihn die kleine christliche Gemeinde von Pictavium (Poitiers) zu ihrem Bischof.“ [Wikipedia]

Hilarius war der erste lateinische Hymnendichter, schrieb unter anderem einen Kommentar zum Matthäus-Evangelium, den wohl der älteste erhaltene. Sein Hauptwerk ist „Über die Dreieinigkeit“. Er gilt als der bedeutendste lateinische Dogmatiker vor Augustinus.

Titelblatt einer Ausgabe der Werken von Hilarius, Paris 1652
Bild-Quelle: Heiligenlexikon

„Von der Exilszeit im nichtlateinischen Ausland profitierte seine Theologie, weil die Hochsprache der damaligen Zeit das Griechische war und er über sie Zugang zu bedeutenden theologischen Texten erhielt. Heimgekehrt wurde er zum Vermittler zwischen östlichem und westlichem Denken und konnte so dazu beitragen, dass sich das Glaubensbekenntnis des Konzils von Nizäa (325), das die Wesensgleich-heit von Vater und Sohn bekennt, ohne zu einem Zwei-Gott-Glauben zu kommen, schließlich durchgesetzt hat.“ [Barbara Henze, Konradsblatt].

Hilarius

Schutzpatron der schwächlichen Kinder und gegen Schlangenbiss, Gedenktag 13. Januar (katholisch)
[mehr in Wikipedia, gelesen im April 2019]

-Katholische Pfarrkirche St. Hilarius, Freiburg-Ebnet: Kirchenpatrone sind die

fränkischen Bischöfe St. Hilarius und St. Remigius. Ihre Namen lassen vermuten, dass schon um 1000 ein Gotteshaus vorhanden war. Urkundlich erwähnt wird erstmals 1353 eine Kapelle in Ebnet, sie war lange Zeit Filialkirche von Kirchzarten. Das Altarbild in der heutigen, ersten barocken Dorfkirche im Breisgau Kirche, geschaffen von Franz Bernhard Altenburger, 1730, zeigt die beiden Kirchenpatrone.

Bischof Hilarius als Fürsprecher der Gemeinde Ebnet,
Ausschnitt des Altarblatts in St. Hilarius, Freiburg-Ebnet.

-Artikel von Barbara Henze im Konradsblatt, Zugriff im Janaur 2019


 

K

Kirchenpatron: Schutzheiliger einer katholischen Kirche [siehe auch: Patron]

P-Q

Patron: Heiliger, dessen Schutz man sich anvertraut (Schutz-Patron). Man unterscheidet Landes-, Stadt-, Diösesan-, Kirchen-Patrone; Patrone für besondere Berufe, besondere Gefahren, Krankheiten und Anliegen.

Patrozinium (lat. Schutz (durch einen Patron))
-in der christlichen Liturgie: der Heilige oder das Glaubensgeheimnis, dem eine Kirche geweiht ist,
-Patrozinium, Patronatsfest: Festtag des Kirchenpatrons

R

Remigius

Remigius von Reims (hl. Remigius) (um 436 - 533): seit 458 Bischof von Reims, verehrt als einer der großen Heiligen des fränkischen Volks.

Remigius stammt aus einer wohlhabenden Familie des gallo-römischen Adels und wurde bereits 22jährig zum Bischof berufen.
„Nach der Eroberung seiner Heimatregion durch aus Osten eingedrungene Franken bemühte er sich erfolgreich um die soziale und religiöse Integration der neuen Machthaber in die spätrömische Tradition. Insbesondere machte er es sich zur Aufgabe, die Franken für die römische Kirche zu christianisieren und zur Abkehr vom Arianismus zu bewegen, dem sie teilweise anhingen.“ Er taufte den ihm verbundenen Merowingerkönigs Chlodwig I und „wird deshalb auch als „Apostel der Franken“ bezeichnet. Zudem gilt er als Gründer mehrerer Bistümer in Frankreich.“ [Wikipedia]

Taufe Chlodwigs in der Kathedrale vom Reims (Statue vor der Kathedrale) [Wikipedia]

Remigius

Schutzheiliger gegen Pest, Schlangenbiss, Fieber, Halskrankheiten, Verzagtheit, Versuchungen und religiöse Gleichgültigkeit.
Gedenktag: 13. Januar – aber nicht einheitlich (z.B. in Reims 29. 3.).
[mehr in Wikipedia, gelesen im April 2019]

-Katholische Pfarrkirche St. Hilarius, Freiburg-Ebnet, Kirchenpatrone

sind die fränkischen Bischöfe St. Hilarius und St. Remigius. Ihre Namen lassen vermuten, dass schon um 1000 ein Gotteshaus vorhanden war. Urkundlich erwähnt wird erstmals 1353 eine Kapelle in Ebnet, sie war lange Zeit Filialkirche von Kirchzarten. Das Altarbild in der heutigen, ersten barocken Dorfkirche im Breisgau Kirche, geschaffen von Franz Bernhard Altenburger, 1730, zeigt die beiden Kirchenpatrone.

Bischof Remigius, Ausschnitt des Altarblatts in St. Hilarius, Freiburg-Ebnet.


 

S

Sebastian

St.Peter und Paul Kappel

Sebastian

ehemals
St.Hilarius Kappel

Sebastian (hl. Sebastian): römischer Soldat, er wird seit dem 4. Jahrhundert als Märtyrer und Heiliger verehrt. Der Überlieferung zufolge hatte sich Sebastian als Hauptmann der Prätorianergarde (Garde-Truppe der römischen Kaiser) am kaiserlichen Hof von Diokletian (Römischer Kaiser, * zwischen 236 und 245; † um 312) öffentlich zum Christentum bekannt und notleidenden Christen geholfen, woraufhin ihn Diokletian zum Tode verurteilte und ihn von numidischen Bogenschützen erschießen ließ.
Schutzheiliger gegen Pest und Seuchen, Schutzpatron der Sterbenden und der Schützen, Gedenktag 20. Januar.
In der Kunst wir er meist bei seiner Erschießung an einem Baum angebunden dargestellt, spätestens ab der Renaissance als Jüngling.
[mehr in Wikipedia, gelesen im März 2019 / Badische Zeitung, 19. 1. 2019]
-Untere linke Figur auf dem Altarbild eines ehemaligen Seitenaltars
von Benedikt Gambs in St. Hilarius, Freiburg-Ebnet, 1750.
-Skulptur von J.B. Sellinger am linken Seitenaltar in
St. Peter und Paul, Freiburg-Kappel.
-Bild mit Ortsansichten aus dem Dreisamtal in der ehemaligen Schlosskapelle auf dem Gelände des Kolleg
St. Sebastian, Stegen.
-Skulptur in der Herz-Jesu-Kirche, Stegen. Sie wurde geweiht zu Ehren des allerheiligsten Herzens Jesu
und des heiligen Märtyrers Sebastian.
-Zentrale Skulptur eines Seitenaltar in St. Gallus, Kirchzarten.

St

Stigmatisation (als religionspsychologisches Phänomen) bezeichnet die Ausprägung von Jesu Wundmalen bei einem lebenden Menschen ohne eine äußere Einwirkung. Das äußere Erscheinungsbild zeigt dabei alle oder einzelne Wunden der Passion (Geißelung, Dornenkrönung, Nagelwunden, Bruststich), die sich jedoch durch Wundversorgung nicht heilen lassen. Im Brief des Paulus an die Galater (6,17) werden die Wundmale Jesu erwähnt: „Ich trage die Zeichen (Stigmata) Jesu an meinem Leib.“ Als erste durch Quellen beglaubigte Stigmatisation gilt des hl. Franz von Assisi (1224). Seit dem werden mehrere Hundert nicht zweifelhafte Fälle gezählt.
Natürliche Erklärungsansätze weisen auf die Analogie zu hypnotischen oder autosuggestiv herbeigeführten Phänomenen hin.
[mehr in Wikipedia, Zugriff am 25.3.2019]
-Stigmatisierter Franziskus auf dem Altargemälde von Benedikt Gambs, 1750, in
St. Hilarius, Freiburg-Ebnet.

Mai 2019

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