St. Jakobus, Stegen-Eschbach

St.Jakobus

Die Pfarrkirche St. Jakobus von Nordosten gesehen

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Die Pfarrkirche St. Jakobus in Stegen-Eschbach, steht neben dem geräumigen Pfarrhof, Mitteltal 23, direkt am Eschbach im Zentrum des Kernorts Eschbach.

Kirchenpatron ist der heilige Apostel Jakobus der Ältere. Ihm war schon im Dorf Eschbach eine Kapelle, deren Ursprung unbekannt ist, geweiht. Eine erste Erwähnung stammt von 1585. In diesem Jahr wurde sie durch den Abt Gallus (1585–1597) des Klosters St. Peter renoviert. Die Relief-Tafel (Foto unten rechts) an der nördlichen Außenwand der Kirche stammt aus dieser Zeit.

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Die Pfarrkirche und der Pfarrhof wurden 1787 durch das Kloster St. Peter erbaut. Die Pfarrei Eschbach gehörte früher zu Kirchzarten, bis der österreichische Kaiser Josef II. dem Abt Philipp Jakob Steyrer von Kloster St. Peter die Auflage machte, die Wallfahrtskirche auf dem Lindenberg abzubrechen und aus ihrem Material die Pfarrkirche zu bauen. Nach der Weihe der neuen Pfarrkirche wurde die Jakobuskapelle Schule, heute steht am Platz der ehemaligen Kapelle, Mitteltal 33, ein Wohnhaus. Seit 1790 ist Eschbach selbständige Pfarrei.

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Die Pfarrkirche St. Jakobus von Nordwesten gesehen (Straße Am Sommerberg) mit Pfarrgarten und Pfarrhaus

Das Gotteshaus ist Gemeindekirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Jakobus, Stegen-Eschbach, die zur Seelsorgeeinheit Dreisamtal des Dekanats Neustadt gehört.

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Die Pfarrkirche St. Jakobus: das Langhaus mit Blick auf den Chor. Im Bild sind Schutzmaßnahmen beim Gottesdienstbesuch während der Zeit der Corona-Pandemie zu erkennen: gesperrte Bankreihen und eingezeichnete Wege.

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Das Langhaus

Die Weite des Langhauses wird am Tage bestimmt durch die hellen Fenster und den lichten Chor als Abschluss. Der Barock-Maler Simon Göser malte die Umrahmungen der 14 Fenster, die Fresken an den Wänden und der Decke sowie die Bilder auf den Seitenaltären. Bilder und Fresken stellen Szenen aus dem Leben Marias dar. Göser hatte schon im Kloster St. Peter gearbeitet.

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Wappen über dem Chorbogen

Über dem Chorbogen gestaltete Göser das Wappen von Abt Steyrer, der den Auftrag hatte die Kirche erbauen zu lassen. Die Umschrift des Wappens lautet:
„PH[ilippus].I[acobus].A[bbas].S[ancti].P[etri]. M.D.C.C.X.C“

Seitenaltäre

Der linke Seitenaltar zeigt ein Bild mit Maria als Kind und ihren Eltern Joachim und Anna, darüber im Oberbild die heilige Barbara von Nikomedien.
Der rechte Seitenaltar – Foto oben rechts – zeigt die Heilige Familie in der Darstellung, als „Gehende“. Ein Bildmotiv der sakralen Kunst, Heiliger Wandel, das bereits im Mittelalter populär war und während der Gegenreformation weite Verbreitung fand. Das Oberbild darüber zeigt den heiligen Sebastian.

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Die Pfarrkirche St. Jakobus: das Langhaus Blick vom Chor zum Haupteingang mit Empore und Orgel

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Orgel und Ausschnitt der Emporen-Brüstung. In der Mitte der Brüstung ein Bild, auf dem Maria dem Gründer des Dominikanerordens, dem heiligen Dominikus, einen Rosenkranz übergibt und dem heiligen Simon Stock (Generalprior der Karmeliter von 1245-1265) ein Skapulier – ein Umhängetuch, das Teil der Karmeliter-Ordenstracht ist.

Der Hauptaltar im Chorraum

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Der Hauptaltar ebenso wie die Seitenaltäre stammen aus der Wallfahrtskapelle auf dem Lindenberg.

Die Schnitzarbeiten des Hauptaltars und die Heiligen auf den Konsolen des Altars sind ein Werk von Matthias Faller.

Der Raumhohe Altar umfasst im Zentrum das Gnadenbild der gekrönte Madonna mit Kind im Strahlenkranz. Es stammt ebenfalls aus der Wallfahrtskapelle auf dem Lindenberg und wird dem Barock-Bildhauer Bartholomaeus Winterhalder (1613-1617) zugeschrieben. Die Madonna wurde 2009 restauriert.

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Der Altar wirkt wie eine säulenumrahmte Absis, in der die Strahlenkranz-Madonna zwischen mit Engeln bevölkerten Wolken steht. Im Wolkenband über der Madonna schultert ein Engel eine Mondsichel, und das Symbol „Auge Gottes“ oder „Auge der Vorsehung“ taucht auf: ein von einem Strahlkranz umgebenes Auge, umschlossen von einem Dreieck.

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Die Madonna steht auf der Erdkugel und zertritt zwischen ihrem Schuh und der Mondsichel die Schlange, welche die Erde umschlungen hat. Symbolisiert wird dadurch, das die unbefleckte Maria (Maria immaculata) Siegerin über die weltlichen Sünden ist.
 

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Auf dem Tabernakel des Hauptaltars umwindet ein Dornenkranz das Heiligste Herz Jesu, aus dem ein Kreuz wächst. Ein Motiv das Faller so auch am rechten Seitenaltar der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, St. Märgen, gestaltet hat.

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Auf den Konsolen links und rechts des Altars stehen links der heilige Gallus, dem ein Bär ein Stück Holz bringt und rechts der heilige Ulrich von Zell, wie er einen gelähmten Knaben heilt. Diese beiden Figuren Fallers stammen aus der ehemaligen Jakobuskapelle. [Wikipedia]

Historische Hinweise

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1585Die aus unbekannter Zeit stammende Jakobuskapelle des Dorfes

Eschbach wird von Abt Gallus (1585-1597) des Klosters St. Peter renoviert. Gallus lässt dabei eine steinerne Relief-Tafel mit einem Jakobusbild über der Kapellentür anbringen. Die Tafel ist heute in der Wand über dem Osteingang der Pfarrkirche eingelassen.

Inschrift auf der Tafel:
„Sacellum hoc renovari curavit R. D. Gallus Abbas Mon. S. Petri. 1589
Nemo transeat quin munus offerat“
„Diese Kapelle ließ der hochwürdige Abt Gallus vom Kloster St. Peter renovieren. 1589
Niemand gehe vorüber, ohne ein Opfer zu bringen.“
[zitiert nach Wikipedia]

1758Neubau der Kapelle durch Abt Philipp Jakob Steyrer des Klosters St. Peter, Weihe 1775
1787Im Rahmen der kirchlichen Reformen, die der österreichich-habsburgische Kaiser Joseph II

durchsetzte, heute Josephinismus, genannt, wird Abt Philipp Jakob Steyrer durch ein kaiserliches Dekret vom 30. 9. 1786 gezwungen die 1761 neu errichtet Wallfahrtskirche auf dem Lindenberg abzureißen und mit dem dabei anfallenden Material ab April 1787 in Eschbach die Pfarrkirche St. Jakobus zu bauen.

1788am 17. April: Grundsteinlegung der Pfarrkirche
1790am 8. September – Fest Mariä Geburt – wird das Gnadenbild der ehemaligen Wallfahrtskirche auf
dem Lindenberg feierlich in die Eschbacher Kirche getragen.
1967Renovierung von 1960 bis 1968,
aus dieser Zeit stammt das heutige Aussehen der Fresken und der Altargemälde
1990Abschluss einer zweijährigen Renovierungsphase

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Oktober 2020