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Wirtschaftsweg "Ebnet-Zarten"

Wirtschaftsweg
Teil des Wirtschaftsweg zwischen Ebnet und Zarten, Blickrichtung nach Osten in Richtung Zarten

Zwischen Ebnet und Zarten besteht seit Ende 2002 ein direkter, autofreier, befestigter Verbindungsweg. Er wird intensiv genutzt als Fahrradstrecke, als Spazierweg, für sportliche Aktivitäten. Für die Landwirtschaft ist er wichtiger Wirtschaftsweg.
Der Verbindungswegs verläuft weitgehend auf der ehemaligen Bundesstraße B31, die auf eine Spur zurückgebauten wurde. Erkennbare Straßenmarkierungen zeugen noch von der Zeit als Bundesstraße. Vor 2002 nahm die Straße den Durchgangsverkehr als wichtigste Ost-West-Verbindung („Wien-Madrid“) nördlich der Alpen auf.
Länge des Wegs vom Ortsausgang Ebnet (32T 418.673 mE / 5.315.253 mN / Höhe: 324 m) bis zum Ortseingang Zarten (32T 421.279 mE / 5.314.416 mN / Höhe: 360 m): 3,5 km


Der Weg und das Drumherum

Läuft oder fährt man per Rad von Ebnet nach Zarten, benutzt man vom östlichen Ortsende Ebnets aus zunächst den Fuß- und Fahrradweg, der auf der Südseite der Landstraße Ebnet-Stegen (L133) parallel zu ihr angelegt ist. Er führt nach kaum 300 m auf das Ensemble um die St. Anna-Kapelle: die Kapelle, vier alte, ausladende Lindenbäume, zwei junge noch kleinere, dazwischen das St. Anna-Kreuz und natürlich Bänke zum Verweilen und Ausruhen. Kreuz und Kapelle stehen auch als Sühnezeichen an dieser Stelle, weil Abt Konrad von St. Märgen im Jahr 1356 hier ermordet wurde. Will man nach Zarten oder nach Stegen, umrundet man dieses Ensemble aus Natur und Andachtsorten.

Wirtschaftsweg Wirtschaftsweg Wirtschaftsweg
Morgendlicher Blick vom Ebneter Galgenberg auf die Landstraße nach Stegen sowie den begleitenden Fuß- und Radweg Kurz vor der St. Anna-Kapelle Zwischen den Linden das St. Anna-Kreuz

Wirtschaftsweg

Direkt neben der Landstraße geht es weiter, bis man an einem Milchvieh-Freilaufstall vorbei kommt, der etwas versetzt rechts des Weges steht. Ist das Gras der Wiesen, die auf der Ebneter oder der Zartner Seite des Stalls liegen, nicht abgeweidet, sieht man dort Milchkühe. Wenn nicht sind sie auf einer dritten Weidefläche am östlichen Ortsrand von Ebnet. Egal von welcher Weide, gegen Abend werden die Kühe zum Melken in den Stall getrieben. Dort bleiben sie auch über Nacht.
Nach dem Viehstall gabelt sich der Wege. Der nach Stegen verläuft weiter neben der Landstraße, der nach Zarten biegt rechts ab und stößt nach knapp 100 m auf die Trasse der ehemaligen Bundesstraße B31.

Milchvieh-Freilaufstall rechts des Weges,
im Hintergrund, jenseits der Straße, der Breitehof und das Scherereck

Wirtschaftsweg
Die Landstraße zwischen Ebnet und Stegen, südlich davon der Milchviehstall. Die Weggabelung des Fuß- und Fahrradwegs nach Stegen beziehungsweise Zarten östlich vom Stall, im Hintergrund die Steinhalde, Ebnet.

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Zwischen Feldern verläuft der Weg nun ziemlich genau in östlicher Richtung auf der nördlichen Spur der ehemaligen Bundesstraße, die südliche ist renaturiert. Die nächste Besonderheit, die auffällt, ist ein rechtwinkliges, eingezäuntes Gelände, das etwas abseits links des Weges liegt. In ihm befindet sich ein Tiefbrunnen der Badenova, in Betrieb seit 2007. Das herausgepumpte Wasser fließt durch Rohre unter dem Weg und den Feldern talwärts zum Wasserwerk Ebnet.

Tiefbrunnen der Badenova; im Hintergrund der Eingang zum Welchental,
links davon Häuser der Steinhalde, Ebnet

Bald danach steht rechts des Weges ein altes Wegkreuz, das Wangler-Kreuz, errichtet 1889 zum Gedenken an den Tod einer Buchenbacher Frau, die hier auf dem Heimweg aus Freiburg unerwartet starb. Drei als Naturdenkmal gekennzeichnete Stiel-Eichen stehen hinter dem Kreuz rechtwinklig zum Weg. Unter der ersten lädt eine Bank zum Ausruhen ein, neben dem Kreuz mit Blick nach Ebnet eine zweite.

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Das Wangler-Kreuz, links vom Weg aus gesehen, rechts mit Blick auf Ebnet Stamm der Stiel-Eiche, die am entferntesten vom Weg steht

Der Weg wird rechterhand nun von einem talwärts fließenden, künstlich angelegten Bach begleitet – hinter dem Wangler-Kreuz bog er rechtwinklig nach Süden in Richtung Dreisam ab. Je nach Jahreszeit sieht man rechts und links des Grabens üppig wachsende Pflanzenbestände: Drüsiges oder auch Indisches Springkraut, Rotkelchige Nachtkerze, Zottiges Weidenröschen, ... Auf der wegabgewandten Grabenseite sind zahlreiche Bäume neu gepflanzt. Sie stehen auf der renaturierten südlichen Spur der ehemaligen Bundesstraße.

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Rotkelchige Nachtkerze, im Hintergrnd schemenhaft der Freilauf-Viehstall östlich von Ebnet Zottiges Weidenröschen Blick entlang des Wassergrabens in Richtung Ebnet, im Hintergrund die Stiel-Eiche und das Wangler-Kreuz

Wirtschaftsweg

Im weiteren Verlauf des Wirtschaftsweges bleibt der südliche Wegrand, der zur Dreisamseite hin, weiterhin in der Breite der ehemaligen Bundesstraßen-Fahrspur unbewirtschaftete Grünfläche mit meist neu gepflanzten Bäumen. Erst jenseits dieses Grünstreifens beginnt die für Grünfutter genutzte Fläche. Nach der Bank am rechten Wegrand, vor welcher der Bach die Wegseite wechselt, stehen rechts alte Bäume, Nussbäume. Sie waren Schattenspender des ehemaligen Bundesstraßen-Parkplatzes.

Auf den frisch gemähten Wiesen des Gewanns Lohmatten
ein Weißstorch auf Nahrungssuche, begleitet von Rabenkrähen


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Anders beim linken, nördlichen Wegrand, bei ihm beginnt unmittelbar daneben die landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Ausnahme bildet der Grünstreifen mit Büschen und Bäumen des ehemaligen nördlichen Bundesstraßen-Parkplatzes. An dieser Stelle lädt ein Bank zu Verweilen und Schauen ein. Hinter ihr rauscht der schmale Bach, der den Weg seit dem Wangler-Kreuz begleitet. Das Gelände dahinter ist als Streuobstwiese angelegt.


Blick in Richtung Zarten: Sträucher und Bäume umrahmen die Bank an der Stelle des ehemaligen Bundesstraßen-Parkplatzes. Die gestrichelte Fahrbahnmarkierung bei der Parkplatzausfahrt ist noch deutlich zu erkennen.

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Blick über das Gewann Lohmatten in Richtung Dreisam

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Blick dem Wirtschaftsweg entlang in Richtung Ebnet Blick in Richtung Zarten, rechts die hohe Hecke neben dem Weg Blick in Richtung Zarten, Bank an der Abzweigung eines Wirtschaftswegs nach Norden

Richtung Zarten wechselt der begleitende Bach nochmals die Wegseite. An dieser Stelle steht wieder eine Ruhebank, und es zweigt ein geteerter Wirtschaftsweg nach Norden ab. Auf der Südseite des Weges nach Zarten säumt schon kurz vor der Abzweigung eine dichte, hohe Hecke den Weg und versperrt den Blick auf die dahinter liegenden Wiesen.

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Im Herbst leuchten verschiedenste Früchte in der breiten Heckenpflanzung
Hagebutten ( Hundsrose) Pfaffenhütchen Eingriffliger Weißdorn Schlehdorn Blutroter Hartriegel

Am Ende der Hecke, Richtung Zarten, führt rechts ein Feldweg hinunter auf die Wiesen, drei Stiel-Eichen, als Naturdenkmal registriert, stehen an seinem Rand.

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Blick auf dem Wirtschaftsweg Ebnet-Zarten, im Hintergrund der Nordrand des Zartner Beckens Der Bildstock kurz vor Zarten, er erinnert an verunglücktes Pferdefuhrwwerk

Schon in Sichtweite des Ortschildes von Zarten steht rechts des Weges ein Bildstock, der an ein im Jahr 1770 verunglücktes Pferdefuhrwerk erinnert. Die Figur im Fenster des Bildstock stammt von 2012, gestiftet vom Wirt des Landgasthauses „Bären“ in Zarten.

Nach dem Ortschild beginnt die „Bundesstraße“ – ab hier ist dies der Name der Dorfstraße von Zarten – die Richtung Kirchzarten führt und vor 2002 die Durchgangsstraße für den Ost-West-Fernverkehr war.

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Der westliche Ortseingang von Zarten

Historische Daten

2002aaaAm 24. Oktober wird die neue B31-Trasse dem Verkehr übergeben, die Bundestraße B31 zwischen Ebnet
2002aaaund Zarten für den Verkehr gesperrt.
2006aaaRückbau der ehemaligen B31 zwischen Ebnet und Zarten ist vollständig ausgeführt


Wo die B31 noch sichtbar ist (Relikte der ehemaligen Bundesstraße B31)

Markierungen auf dem Asphalt des Wirtschaftswegs erinnern an die Nutzung als zweispurige Bundesstraße und machen deutlich, dass der Wegunterbau und der Straßenbelag noch aus dieser Zeit stammen.

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Ehemalige Bundesstraße 31 zwischen Ebnet und Zarten und die nach 2002 vorgenommenen Rückbaumaßnahemn an ihrer Trassse
(Kartenausschnitt aus der Zeit vor 2002, Kartenquelle: Wanderweg-Hinweistafel im Attental)

Mittelstreifen der Bundesstraße und Seitenstreifen ihrer Nordspur (1)
Das Ende der alten B31-Trasse vor Ebnet, Blick nach Weste in Richtung Ebnet

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Noch sichtbare B31-Seitenmarkierung auf der Nordseite des Wirtschaftswegs
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Reste des B31-Mittelstreifens und neue Markierung als Hinweis auf die Fortsetzung des Wirtschaftswegs in Richtung Ebnet Foto von 2008: Alte B31-Trasse endet, Abzweigungen nach Norden und Süden sind noch nicht ausgebaut

Zu- und Abfahrtsmarkierung des ehemaliger Parkplatzes auf der Nordseite der Bundesstraße (2)

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Markierung der Ausfahrt des B31-Parkplatzes. Der Grünstreifen zwischen Fahrbahn und ehemaligem B31-Parkplatz mit seinem alten Strauch- und Baumbewuchs wurde erhalten, der Parkplatz vollständig renaturiert. Blick nach Osten in Richtung Zarten Markierung der Parkplatz-Zufahrt, Blick nach Westen in Richtung Ebnet.
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Mittelstreifen der Bundesstraße beim „Spurwechsel“ (3)
Von Ebnet bis hierher verläuft der Wirtschaftsweg auf der B31-Nordspur danach bis Zarten auf der B31-Südspur

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Seitenmarkierung der B31-Südspur sowie Klebestellen der B31-Mittelstreifenmarkierung.
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Foto rechts mit Blick nach Osten in Richtung Zarten:
Mittelstreifenmarkierung, teilweise sichbar sind noch alte, gemahlte Markierungen unter der Klebestelle der B31-Mittelstreifenmarkierung

Seitenstreifen der Südspur vor Zarten (4) aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaai B31-Ende am Ortsrand von Zarten (5)

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Foto rechts, Ortsausgang von Zarten, Blick nach Westen in Richtung Ebnet:
Die zweispurige Dorfstraße, weiterhin "Bundestraße" mit Namen, ist nach dem Dorfende als Wirtschaftsweg auf eine Spur zurückgebaut.
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Literatur / Links




August 2015