Kamelberg

Kamelberg

Kamelberg ist der volkstümliche Name der Bergkuppe östlich des Eingangs zum Kappler Tal. Sie ist der nördlichste Teil der Kammlinie, welche die Ostseite des Tals des Reichenbach bildet. Markante Gipfelpunkte auf dieser Kammlinie sind das Laubisköpfle (683 m), das Rappeneck (1010 m), der Hundsrück (1234 m) und schließlich der Schauinsland (1284 m) – die Gemarkungsgrenze zwischen Kirchzarten und Freiburg-Kappel verläuft weitgehend auf dieser Kammlinie. Der Reichenbach entspringt an der Nordflanke des Schauinsland, fließt durch das Groß Tal mit der Molzhofsiedlung, dann durchs Kappler Tal mit dem Freiburger Ortsteil Kappel, um danach in die Brugga zu münden.

Das Besondere am Kamelberg begann mit dem Sturm Lothar (Weihnachten 1999), der den dichten hohen Wald auf der West- und Ostseite des Bergrückens zerschlug. Ein breite Schneise mit drei hohen Kiefern, die dem Sturm trotzen konnten, markierten danach weithin sichtbar den Bergrücken. Inzwischen steht allerdings nur noch eine dieser Kiefern (2017).

Blicke zum Kamelberg

Nach dem Sturm wurde das zusammengeschlagene Holz aufgeräumt. Danach überließ man weitgehend der Natur die „Wiederaufforstung“. Die Veränderungen ließen sich auch von weitem wahrnehmen.

Kamelberg

Der Kamelberg im Jahr 2007, gesehen vom Hang zwischen Kartaus und St.-Ottilien-Straße (Freiburg-Waldsee); im Hintegrund das Feldberg-massiv.

Kamelberg
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Kamelberg

Fotos oben und links:
Kamelberg-Kuppe gesehen von Ebnet aus in den Jahren 2006, 2011, 2015, 2017. Im Jahr 2017 ist eine für Wildtierbobachtung und -fütterung neu errichtete Hütte zu erkennen.

Foto rechts:
Nordwesthang des Kamelbergs von der Fohrenbühlstraße (Stegen-Wittental) aus gesehen (2014).
 

Kamelberg
Symbol

Wege zum Kamelberg

Aufstiege zum Kamelberg gibt es einige: vom Kappler Tal aus, vom Fischbachtal aus und über den Pfeiferberg. Der Weg hinauf wird – gerade auch in den Schneisen, die Lothar schlug – durch weite Blicke ins Tal belohnt. Der Bewuchs in den Schneisen schränkt den Ausblick jedoch von Jahr zu Jahr mehr ein. Auch in der Zeit 2016/2017 wahren die Ausblicke vom späten Herbst bis zu Frühjahrsanfang auf freiesten. Auf dem Gipfelkamm und am Pfeiferberg-Sattel erinnern noch Rest der Skulpturen von Thomas Rees an die volkstümliche Namensgebung „Kamelberg“.

Kamelberg

Über den Pfeiferberg hinauf zum Kamelberg

Kamelberg
Kamelberg
Kamelberg

Vom Schütterlehof aus geht es auf der Straße Am Pfeiferberg hinauf zum Pfeiferberg-Sattel. Schon fast oben geht man unter einer ausladenden Eichen hindurch, von ihr aus sieht man weiter oben die Wiese am Sattel und den Waldrand entlang des Sattels.

Kamelberg

Ein Ausschnitt der Infotafel auf dem Pfeiferberg-Sattel.

Von Zartener Becken aus erreicht man den Anstieg zum Kamelbeg über die geteerte, nur für Anlieger freie Straße Am Pfeiferberg. Sie biegt dort von der Neuhäusertraße ab, wo sie auf die von Kirchzarten kommende Straße Am Engenberg trifft. Die Straße führt bis kurz unterhalb des Pfeiferberg-Sattels, dort wählt man den breiten, ungeteerten Weg über die Wiese bis hinauf zum Sattel auf dem eine Tafel mit Übersichtskarte steht. Der Kamelberg und der Weg dahin ist nicht eingezeichnet.

Folgt man den auf der Karte skizzierten Weg in Richtung „ehem. Erzwäscherei“ sieht man bald linkerhand einen breiten, leicht bewachsenen Weg der hangaufwärts zu einer Brunnenschachtabdeckung führt. Geht man an der Abdeckung vorbei und behält die Richtung bei, entdeckt man vor sich einen schmalen Waldpfad, der zunächst wieder hangabwärts verläuft, dann aber hinauf zum „Gipfel“ des Kamelbergs führt.

Es macht nichts, wenn man den eben beschrieben Weg über den Brunnenschacht verpasst hat. Folgt man nämlich den breiten Waldweg hin Richtung „ehem. Erzwäscherei“ trifft man – nicht zu verfehlen – auf ein Kuriosum: Die "Haltestelle Kamelberg" der „Linie Otto Faller“ mit Wartehäuschen. Links neben dem Wartehäuschen führt ein schmaler Pfad zum Kamelberg hinauf.
Dem Weg bis zur „Haltestelle“ zu folgen, hat auch den Vorteil, herrliche Ausblicke auf den Pfeiferberghang und das Zartener Becken geboten zu bekommen.

Kamelberg
Kamelberg
Kamelberg

Ausblicke auf dem Weg zwischen Pfeiferberg-Sattel und "ehm.Erzwäscherei":
Der Pfeiferberghang im Hintergrund Wiesen vor dem Engenberg. / Blick hinunter ins Fischbachtal, es liegt zwischen Pfeiferberg und Kamelberg. / Blick hinunter ins Zartner Becken: im Vordergrund Häuser an der Neuhäuserstraße, im Hintergrund das Gewerbegiet von Kirchzarten.

Auf der Kamelberg-Kuppe

Kamelberg
Kamelberg

Erreicht man auf dem breiten Waldweg, der oberhalb des Kappler Tals am Osthang des Kamelbergs verläuft, den Pfeiferberg-Sattel, wird man linkerhand von einem „Wurzelkopf“ begrüßt: Ein umgedrehter dicker Stamm, die Wurzeln in der Luft. Aus dem Stamm hat Thomas Rees ein großes Gesicht gestaltet, die Wurzel bilden den Haarschopf. Diese Skulptur am Waldrand ist eine der Figuren von Thomas Rees, die auf dem Sattel und auf der Kuppe des Kamelbergs zu sehen sind.

Auf dem Weg zum Kamelberg – man folgt dem Waldweg nach links – kommt man an zwei weiteren, der Vergänglichkeit übergebene Gestalten von Thomas Rees vorbei: die Köpfe eines Paares, ein Kauernder. Einige Schritte weiter steigt man einen breiten, leicht bewachsenen Weg nach links den Hang hinauf. Er führt auf eine Lichtung, in seiner Mitte die Abdeckung eines Brunnenschachts. Fast gerade aus weiter führt ein ausgetretener Waldpfad zunächst hangabwärts und schließlich wieder aufwärts zum „Gipfel“ des Kamelbergs.

Kamelberg
Kamelberg
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Kamelberg

Zwei magische Figuren, eine männliche und eine weibliche, Rückenlehnen von Baumstumpf-Sitzen, laden zusammen mit ein Baumstupftisch und zwei liegenden Stammresten zum Verweilen ein. Verwittert aber aufrecht ragt dahinter das Kamel mit seinem Reiter auf. Von der ehemals heimeligen Installation mit Marie und Josef, die Thomas Rees zu Weihnachten 2007 als „stilles Glück“ hier oben hinaufgebracht hatte, sind nur noch die zusammengesunkenen, schwarz angelaufenen Köpfe zwischen den Stangen der ehemaligen Hütte zu sehen.

Kamelberg
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Kamelberg
Kamelberg

Das „Erbe Lothars“ – vom ihm gefällte Stämme und Äste – ließ der Kappler Künstler Thomas Rees knapp 2 Jahre nach dem Sturm auferstehen als traditionelle Krippenfiguren aber auch als fantastische Gestalten. Eines dieser Gestalten war das Kamel mit seinem Reiter, das der Bergkuppe seinen volkstümlichen, nicht geografischen Namen gab. Nachzulesen ist diese „Geschichte vom Berg“ auf der Homepage von Thomas Rees.
 

Kamelberg

Über den Gipfel hinweg zieht sich ein breiter, bewachsener Weg den Hangrücken hinunter in Richtung Erzwäscherei. An seinem linken Rand steht die einsame, hoch aufragende Kiefer, die auch vom Tal aus deutlich zu sehen ist.

Kamelberg
Kamelberg
Kamelberg
Kamelberg

Am Fuß der hohen Kiefer liegt noch der betonierte Fuß einer früheren Rees-Figur: dem geflügelten Gesicht.

Das Foto links wurde am
35. 3. 2017 aufenommen, das Foto rechts stammt aus dem Jahr 2009.
 

Kamelberg

Von der auf Stelzen stehende Hütte zur Wildbeobachtung und -fütterung bietet sich ein weiter Blick zum Osthang des Kappler Tals und nach Ebnet im Zartner Becken.
Allerdings: Der Ausblick dort sollte, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit wahrgenommen werden, Vögel und Wild werden sonst unnötig gestört!

Kamelberg

Blick auf Ebnet von der Kamelberg-Kuppe aus.

Links und Literatur

Mai 2017

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