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Turmfalke - Falco tinnunculus
Weiblicher Turmfalke - Falco tinnunculus
Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist etwa taubengroß, schlank und besitzt einen langen Schwanz. Männliche und weibliche Vögel sind etwa gleich groß. Das Weibchen ist am Kopf, Rücken und Schwanz rot-braun und besitzt am ganzen Körper dunkle, tropfenförmig Flecken. Beim Männchen sind Kopfdecke, Bürzel und Schwanz graublau. Der Schwanz endet bei beiden in einer breiten, schwarzen Endbinde.
Vorkommen: Der Turmfalke lebt an Waldrändern, in offenen Gelände und in menschlichen Siedlungen. Er überwintert in Mitteleuropa und ist nicht ortssteht.
Lebensweise: Er fliegt schnell und steht häufig „rüttelnd“ in der Luft, um nach Mäusen, Reptilien, Insekten zu spähen, und stößt dann steil auf seine Beute herab. Er jagt auch von Ansitzen aus.
Weiblicher Falke von der Seite und von vorne gesehen
Brustgefieder eines weiblichen Turmfalken.
Zu erkennen sind auch die schwarzen Krallen des Vogels.
Brutzeit: Turmfalken nisten in alten Krähen- und Taubenestern, an Felsen und Gebäuden, bauen kein eigenes Nest. Zur Brutzeit, zwischen April und Juli, legt das Weibchen 4-6 ockergelbliche bis braune Eier, die meist stark gefleckt sind. Bebrütet werden die Eier von Männchen und Weibchen, beide betreuen auch die Jungen. Die Brutdauer beträgt ca. 21-27 Tage. Die Jungvögel verlassen das Nest 28-32 Tagen nach dem Schlüpfen.
Foto rechts: Falke beim Gleitflug über dem Boden
Fotos unten: Falken im Rüttelflug
Beim morgendlichen Blick aus dem Fenster der Giebelwand unserer Ferienwohnung entdeckten wir einen Jungvogel am Fuß der Hauswand und konnten ihn fotografieren.
Kaum hörbar für uns fiepte er. Der Flaum, der sein Federkleid stellenweise noch bedeckte, ließ uns vermuten, dass er aus dem Nest gefallen war. Wir nahmen daher an, dass, für uns bisher unbemerkt, ein Turmfalken-Nest in der Nähe sein müsste.
Telefonisch erreichten wir das Forstamt Schluchsee. Der Förster informierte den Tierschutz, dessen Mitarbeiter relativ schnell nach Altglashütten kam.
Während des Telefonats und des Wartens auf den Tierschutz-Beauftragen, bewegte sich der Jungvogel zur Hausecke und lugte hinter ihr hervor.
Abgelenkt durch ein Gespräch mit anderen Feriengästen, hatten wir das Falken-Junge nicht mehr im Blick. Als der Tierschutz-Beauftragte mit seinem großen Karton zu uns heraufkam, war der Jungvogel ver-schwunden! Das Suchen nach ihm im benachbarten Wiesenstück war ohne Erfolg. Er überließ uns den Karton mit der Bitte den Vogel zu fangen, wenn er wieder auftauche.
Mit suchendem Blick aus dem Fenster fiel uns ein Turmfalke auf, der zum Fuß einer Hängebirke am Wiesenrand flog, und wir entdeckten erstaunt, wie er den Jungvogel fütterte.
Umgehend riefen wir den Mitarbeiter des Tierschutzes an. Er kam nach kurzer Zeit zum zweiten Mal und konnte den Jungvogel einfangen. Das Tier
wurde zur Betreuung und Aufzucht zu einer Falknerin gebracht.
Schon bevor der aus dem Nest gefallene junge Turmfalke abgeholt wurde, hatten wir sein Nest entdeckt: Die Turmfalken hatten es auf dem Giebelbalken unter dem Dach gebaut. Im Nest saßen noch drei weitere Jungvögel.
Juli 2026