Freiburger Kartaus - Stromschlössle

Stromschlössle

Blick von Osten auf das Stromschlössle unterhalb der Mauer des Klostergartens (rechts im Bild), links das Sägerhaus. Im Hintergrund das ehemalige Wirtshaus des Klostern und jetzige Lehrerhaus des Robert Bosch Colleges.

Auf der Südostseite des Freiburger Schlossbergs unterhalb des Hirzbergs liegt das ehemalige Kartäuser-
kloster Freiburger Kartause. Seit dem Herbst 2014 wird es vom Robert Bosch College genutzt, „einem Oberstufeninternat für SchülerInnen aus der ganzen Welt“ als deutsche Filiale des "United World College".

Stromschlössle

Westseite des Stromschlössles.

Stromschlössle

Südseite des Stromschlössles.

Stromschlössle

Ostseite des Stromschlössles

Stromschlössle

Scheinschornstein des
Stromschlössles.

Das Stromschlössle auf dem Gelände der Freiburger Kartaus steht nahe der Kartäuserstraße an einem kleinen Kanal unterhalb der Mauer des Klostergartens. Gebaut wurde es 1908 zur Stromerzeugung für die Kartaus, damals ein Heim für alte und hilfsbedürftige Menschen. Für das Heim war es ein erster Schritt zur Elektrifizierung.
Durch das Dreisamwasser des Kanals, der von Ebnet aus parallel zur Karthäusertraße angelegt war und am Sandfang wieder in die Dreisam mündet, wurde eine Francis-Turbine angetrieben. Sie erzeugte im Jahr zwischen 150.000 und 165.000 Kilowattstunden. Um 1965 wurde das kleine Kraftwerk still gelegt, ist aber immer noch funktionsfähig.
Architektonisch reizvoll passt es sich an den Stil des Klosters durch eine Kombination aus Neobarock und Jugendstil an.
Das Haus und die es beherbergende Technik stehen unter Denkmalsschutz.

Wasserzufluss zur Turbine - nicht mehr genutzt

Stromschlössle
Stromschlössle
Stromschlössle
Stromschlössle

Das Wasser, welches die Turbine antrieb, fließt von Osten auf das Stromschlössle zu und eigentlich in das Haus hinein, indem sich die Turbine befindet.
Da aber kein Strom mehr erzeugt wird, ist dder Schieber der Stellfalle links vor dem Gebäude - Foto in der Mitter oben - geöffnet, das Wasser fällt außerhalb des Gebäudes in den Teich - Foto rechts -, der südlich und westlich um das Gebäude angelegt ist.
Mit dem großen Rad an der Ostwand des Stromschlössles läßt sich dieser Schieber bedienen - Foto oben rechts.

Transmissionsraum im Keller

Die Francis-Turbine, die das fallende Wasser in eine Drehbewgung umsetzt, befindet sich im Keller des Gebäudes. Im Nachbarraum wird diese Bewegung über große und kleine Räder durch Riehmen zum Generator und zu Maschinen weitergegeben.

Stromschlössle
Stromschlössle

Durchbruch der Wand zwischen Turbinen- und Transmissionsraum:
Die Achse verbindet die Turbine mit den Transmissionsrädern.
Die Aufnahmen wurden im Transmissionraum gemacht.
 

Stromschlössle

Das große Reibrad trieb den Generator
im Ergeschoss des Stromschlössles an.
Die kleinen Räder wurden genutzt um
diverse Maschinen antreiben.

Zentrale Schalttafel im Erdgeschoss

Stromschlössle
Stromschlössle

Oberer und unterer Teil
der großen steinernen
Schalttafel im Erdgeschoss.
 

Besonders eindrucksvoll ist im Schaltraum des Erdgeschosses die steinerne Schalttafel mit ihren Meßinstrumenten und Schaltern.
Das Schaltrad im Zentrum des unteren Tafelteils weist auf eine Besonderheit hin: Mit diesem Zellenschalter konnten die 55 Bleibatterien im Keller des Gebäudes in Stufen bedarfsgerecht zu- und abgeschaltet werden, nicht benötigter Strom gesspeichert werden. Die linke Kurbel trägt die Aufschrift "Ladung", die rechte "Entladung".
An den Messinstrumenten – Ampére- und Voltmeter - sieht man, dass in der Kartaus früher nur Gleichstrom genutzt wurde.

Stromschlössle
Stromschlössle

Voltmeter sowie
Griffe des
Zellenschalters.
 

Historische Exponate im Erdgeschoss

Stromschlössle

Rechts im Foto der historische Quecksilberdampfgleichrichter der Firma AEG aus dem Jahr 1935. Er wurde angeschafft, als die Kartaus ans städtische Stromnetz angeschlossen wurde. Dieses liefert allerdings nur 220-Volt-Wechselstrom, die eigene Anlage erzeugte 110-Volt-Gleichstrom. Der Gleichrichter sorgete für Anpassung ans "Kartaus-Netz".

Auf den Fotos unten sind historische Leuchtmittel aus dem Schaltraum zu sehen: Glühlampen und Quecksilberdampflampe.

Stromschlössle
Stromschlössle
Stromschlössle

Historische Daten

1908  Bau des kleinen Wasserkraftwerks.

Straßenlaternen der Kartäuserstraße erhielte ihre Strom zweitweise vom Turbinenhaus in der Kartaus, ebenso ab 1915 der nach Freiburg eingemeindete Stadtteil Littenweiler.

1965  Kraftwerk der Kartaus wird stillgelegt, die Schaltanlage wird weiterhin verwendet.

1988  Gutachten zur Reaktivierung des Kraftwerks. Ergebnis: Amortisation in 9-11 Jahren. Das Kraftwerk

ist Museum geblieben.

Literatur, Links für weitere Informationen

Oktober 2015